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Die große Bedürfnisreihe Teil 9: 6 Gründe, warum Sie die Bedürfnisse Ihrer Nutzer kennen sollten

Autor: Marvin Kolb

Lesedauer:

Apr 2023

Nachdem wir uns die wichtigsten Nutzerbedürfnisse in der Techniknutzung gewidmet haben, wollen wir nun in diesem Artikel unsere 6 wichtigsten Gründe auflisten, warum Sie die Bedürfnisse der Nutzer kennen und für Ihre tägliche Arbeit nutzen sollten.

Dieser Artikel legt die Grundlage für das große Finale dieser Reihe. Im letzten Artikel werden wir dann klären, welche Methoden es gibt, um die Nutzerbedürfnisse gezielt kennenzulernen. Hier geben wir Ihnen auch Tipps, wie Sie psychologische Produktgestaltung möglichst effizient in die eigene Entwicklungspraxis integrieren können.

Springen wir also direkt in den ersten unserer 6 Gründe. Viel Spaß!

 

Grund 1: Sie kommen gezielt zu einer besseren UX

In unserem Einführungsartikel haben wir bereits Folgendes gelernt: Eine gute UX ist nur möglich, wenn gezielt die Bedürfnisse der eigenen Nutzer befriedigt werden. Das kann natürlich nur passieren, wenn man diese Bedürfnisse auch wirklich kennt. Der erste Grund sollte Lesern dieser Reihe also bereits bekannt vorkommen.

Dabei ist es wichtig, zu verstehen, dass diese Bedürfnisse nicht immer so offensichtlich sind, wie man anfangs denken würde. Auch wenn man die Nutzer zu kennen glaubt, ist man oft überrascht, welche Wünsche und Bedürfnisse der Nutzer in UX-Tests und User Research Methoden offengelegt werden.

 

Grund 2: Nutzerbedürfnisse sind wichtiger Input für den Designprozess

Sobald Sie diese Benutzerbedürfnisse identifiziert haben, sollten Sie sie als ernsthaften Input für Ihren Designprozess nehmen. So kommen Sie Schritt für Schritt zu einem optimal auf die Nutzer zugeschnittenen Produkt.

Wie das geht? Ihr Entwicklungsteam muss aus den Bedürfnissen Anforderungen formulieren und daraus Lösungen entwickeln, die diese Bedürfnisse der Nutzer erfüllen.

Dabei gilt: Die jeweilige Lösung kommt von Ihrem Team, die Bewertung, ob die Nutzer sie richtig verstanden haben, von Ihren Nutzern selbst. In der Umsetzung heißt das: Sie testen Ihre Lösungen in Form von einfachen Prototypen mit echten Nutzern auf Verständnis und deren Akzeptanz.

 

Grund 3: Es entstehen tolle Features für die richtige Zielgruppe!

Um auf die Zielgruppe zugeschnittene Features zu entwickeln, muss man wissen, welche Bedürfnisse diese hat.

Um besser zu verstehen, was wir damit meinen, schauen wir uns ein Beispiel aus einem vergangenen Artikel dieser Bedürfnisreihe noch mal genauer an. Hier finden wir ein Feature, das sehr gut funktioniert, weil die Entwickler die eigenen Nutzer sehr gut kennen.

Ein Screenshot der Too Good To Go App, der Nutzern ausspielt, wie viel CO2e diese durch die Nutzung der Dienste gespart haben.

 

Auf diesem Screenshot sehen Sie ein sehr gutes Beispiel für ein Feature, das ein Gefühl von Bedeutsamkeit auslöst. Zur Erinnerung: Too Good To Go ist eine App, die es den Nutzern erlaubt, Essen von Gastronomiebetrieben und Supermärkten vor der Mülltonne zu retten. Das heißt: Man kauft einen „Magic Bag“, also eine Tüte an Lebensmitteln, die noch haltbar, aber am Ende des Tages übriggeblieben sind.

Das Handeln der Nutzer wird hier mit Statistiken über eingesparte CO2e-Werte zu einem Bedeutsamkeitserlebnis gemacht. Damit dies funktioniert, muss sicher sein, dass die echten Nutzer auch genau das wollen.

Wenn der Nutzergruppe die Umwelt vollkommen egal sein sollte, würde dieses Feature ins leere Laufen und im schlechtesten Fall sogar etwas Spott ernten. Kennen Sie aber Ihre Nutzergruppe (wie es die Entwickler des obigen Beispiels sicher tun!), dann können Sie mit solchen Features genau ins schwarze Treffen und die User Experience massiv steigern. Oben gezeigte Statistik wird dann zur Motivation, die App weiter zu nutzen und zeitgleich befriedigt sie gezielt das Bedürfnis nach Bedeutsamkeit.

 

Grund 4: Das Kennen der Nutzerbedürfnisse bedeutet Fortschritt und Innovation für Ihr Produkt!

Warum ist das so? Sicher nutzen Sie privat oder am Arbeitsplatz verschiedene Technikprodukte oder Systeme. Nehmen Sie eines der am häufigsten von Ihnen verwendeten Systeme. Mit Sicherheit haben Sie sich schon mehrfach eine oder mehrere Funktionen sehnlich gewünscht. Diese Funktion oder dieses Feature würde Ihnen die tägliche Arbeit so sehr erleichtern. Jetzt stellen Sie sich vor, der Hersteller dieses Systems erhört Ihre Gebete (und in diesem Falle hat er ein offenes Ohr für Ihre Bedürfnisse). Das bedeutet: Das besagte Produkt hat sich weiterentwickelt und das zum Positiven!

Aus Nutzerbedürfnissen ergeben sich also Verbesserungen, Features und Erweiterungen, die es echten Nutzern erlauben, ein Problem schneller oder besser zu lösen.

Nutzerbedürfnisse zu identifizieren und zu entdecken bedeutet zu verstehen, welchen Fortschritt der Nutzer gerne durch das Produkt machen möchte. Eine essenzielle Frage für Ihr psychologisches Produktdesign lautet also: „Was kann der Nutzer durch mein Produkt erreichen, was er vorher nicht, schlechter oder mit mehr Aufwand erreichen konnte?“

Aber nicht nur für die Produktentwicklung sind diese Erkenntnisse ungemein wichtig. Wenn Sie wahre Nutzerbedürfnisse erkannt haben und deren Befriedigung essenziell für Ihr Produkt ist, dann haben Sie auch sehr klare Aussagen für Ihr Marketing gewonnen. Sie können dann mit Recht sagen, dass Ihr Produkt es dem Nutzer ermöglicht, seine Aufgabe besser, schneller und sogar fauler zu erledigen!

 

Grund 5: Auch das Nachfolgeprodukt profitiert vom gesammelten Wissen über die Nutzer

Nachfolgegenerationen und verbesserte Produktvarianten profitieren sehr von Ihrem gesteigerten Nutzerverständnis. Je mehr Wissen Sie über die eigenen Nutzer und deren Bedürfnisse generiert haben, desto leichter und schneller lassen sich ähnliche Produkte gestalten.

Sie wissen schon früh, welche Features für Folgeprodukte im Mittelpunkt stehen sollten und welche zuvor keinen Anklang finden konnten.

 

Grund 6: Sie haben Anhaltspunkte darüber, welche Features die wichtigsten sind

Oft lohnt es sich, ein Produkt, dass die Kernbedürfnisse der Nutzer trifft, früh auf den Markt zu bringen. Soll dieses Produkt dann Schritt für Schritt verbessert werden, geben Ihnen die herausgefundenen Nutzerbedürfnisse klare Anhaltspunkte, welche Verbesserungen Sie als Nächstes angehen sollten.

Auch bei der Festlegung eigener Benchmarks können herausgefundene Nutzerbedürfnisse eine große Rolle spielen. Sie liefern Ihnen gute Anhaltspunkte, welche Werte gemessen und verglichen werden sollen, um sicherzustellen, dass Ihr Produkt sich auch wirklich verbessert.

 

Ein Teaser für den letzten Artikel: Wie können Sie die Bedürfnisse der eigenen Nutzer gezielt herausfinden?

Welche Methoden gibt es, um die Bedürfnisse der eigenen Nutzer herauszufinden? Mit genau dieser Frage beschäftigen wir uns in unserem kommenden und letzten Artikel der großen Bedürfnisreihe. Zudem finden Sie dort auch unsere Bedürfniskarten. Diese liefern Ihnen einen praktischen Überblick über Features anderer Produkte, die gezielt Nutzerbedürfnisse befriedigen.

 

Fazit

Wir haben die folgenden sechs Gründe dafür identifiziert, dass Sie die Bedürfnisse Ihrer Nutzer kennen sollten:

  1. Sie kommen gezielt zu einer besseren UX
  2. Nutzerbedürfnisse sind ein wichtiger Input für den Designprozess
  3. Es entstehen tolle Features für die richtige Zielgruppe
  4. Nutzerbedürfnisse können Fortschritt und Innovation für Ihr Produkt bedeuten
  5. Auch das Nachfolgeprodukt profitiert vom gesammelten Wissen über die Nutzer
  6. Sie haben Anhaltspunkte darüber, welche Features die wichtigsten sind

Sie haben Fragen zur Einbindung der Nutzerbedürfnisse in Ihrem speziellen Fall? Gerne können Sie sich über unser Kontaktformular melden und ein kostenloses Kennenlerngespräch mit uns vereinbaren.

Wir freuen uns sehr auf Ihre Rückmeldung!

 

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